GDYNIA

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Beim Reisen gibt es Orte, die man ohne die Führung eines Einheimischen nicht besuchen würde. Gdynia ist so ein Ort. Es war ein Teil der Trójmiasto (polnisch für Dreistadt), bestehend aus Gdansk, Gdynia und Stopol. Es bestand aus einer schönen Küste, mit einem Strand wie aus einem Bilderbuch. Hier war einmal das Sommerzentrum der Region, zumindest sah es danach aus. Die Sonne ging hinter dem Land unter, wodurch das rote Licht den blauen Himmel anstrahlte. Da es keine Wolken gab, oder nur wenige, verlor sich der dramatische Effekt des untergehenden Feuerballs im leicht violetten Horizont. Es hätte spektakulär sein können und es fühlte sich an, als wären alle Zutaten eines magischen Abends zusammengekommen, aber wider Erwarten vor Ort verpufft.

Auf dem Weg zu den Klippen liefen wir an einem verlassenen ehemaligen Luxushotel vorbei. Es war aus Beton gebaut und vor längerer Zeit einfach verlassen worden. Die Jugend hatte es mit Beschlag belegt, die Wände mit Graffiti verschönert und harte Partys gefeiert. Auf der obersten Terrasse setzten wir uns hin, um die Aussicht zu genießen und ein wenig zu verweilen. E&B zogen eine Picknickdecke aus der Tasche, vier Stück Kuchen und drei Partyhüte, was sie in der Schnelle zusammenklauben konnten. Dort feierten wir meinen 28. Geburtstag, wobei die meisten von uns noch mit ihrem Kater kämpften, in kleiner aber sehr netter Runde. Auf dem Strand unterhalb des Hotels tummelten sich die Fotografen mit ihren Kunden. Es waren Brautpaare oder Familien, auf der Suche nach dem perfekten Bild. Die Straßenlaternen gingen erst an, als die Sonne schon längst hinter den Bäumen verschwunden war.

Und weil dieses ikonische Gemälde überall auf der Welt zu finden ist, jedoch bestimmt nicht in der Größe, noch ein letztes Foto...

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