JOULUTORTTU REZEPT

English text
Joulutorttu, Finnland, Rezept, How-to, Minimalistisches Backen

Anfang November, in meiner zweiten Woche in Finnland begann es zu schneien. Auch für Helsinki war das ungewöhnlich. Der Wetterumschlag vom goldenen Herbst direkt zum weißen Winter, ohne die dunklen und nassen Novemberwochen, hat hier alle überrascht. Als ich bei R. & B. ankam, hingen noch die letzten Äpfel am Baum und das Laub war unter der weißen Schicht begraben. Der frühe Schnee brachte die Sehnsucht nach Kerzen und Gebäck. Alle meine Wunschträume und Idealvorstellungen von Helsinki und einem Winter in Finnland waren damit bereits in Erfüllung gegangen. Weihnachten konnte kommen.

Joulutorttu, Finnland, Rezept, How-to, Minimalistisches Backen

Das erste Gebäck was R. zauberte, als ich kam, waren Joulutorttu. Joulutorttu sind Blätterteigsterne mit Pflaumenmus. Sie sind nicht groß aber wunderschön und superlecker. Wortwörtlich übersetzt heißt Joulutorttu, Weihnachtstorte. Für deutsche Ohren klingt das komisch. Zumindest habe ich ein wenig gebraucht, bis ich von meinem hohen Ross herunterkam und sie auch in meinem Kopf so nennen konnte, ohne Torte in ironische Anführungszeichen zu setzen. Torten sind schließlich um einiges größer, aufwendiger und mit deutlich mehr Créme oder Sahne "verkleidet". Joulutorttu waren meine erste Lektion in skandinavischer Einfachheit, oder um das Modewort zu verwenden: Minimalismus.

Falls dieses Rezept eines eurer Standards ist (und schon lange war), dann versucht es mal, kleiner zu machen. Die Kinder hier im Kindergarten produzieren Sternchen, die nur ein Drittel der normalen Größe haben. Optisch der totale Hit.

 

Kommen wir nun zum super-duper Geheimrezept: Man kaufe tiefgefrorenen Blätterteig, taue ihn an und schneide ihn in Quadrate der gewünschten Größe. Man kaufe außerdem noch ein Glas Pflaumenmus sowie Backpapier.

 

Dann geht man folgendermaßen vor:

Joulutorttu, Finnland, Rezept, How-to, Minimalistisches Backen

Dann für 15 Minuten in den auf 225 Grad vorgeheizten Ofen schieben, abkühlen lassen und aufessen.

TIPPS

  1. Schneidet die Spitzen der Sterne nicht exakt auf die Ecke zu. Die dünnsten Stellen haben die Angewohnheit schneller braun zu werden oder leicht zu verbrennen.
  2. Benutzt das Pflaumenmus als Kleber und Briefbeschwerer, damit die in die Mitte gefalteten Ecken nicht aufklappen. Plundertaschen sind für Langweiler.
  3. Benutze Umluft, damit der Blätterteig schön aufgeht und gleichmäßig braun wird.
  4. Ihr braucht keinen Puderzucker. Nein, wirklich nicht. Sieht auch nicht schöner aus. Nein. Einfach sein lassen. Stay classy.
  5. Alle auf einmal essen, die Bisse dabei so portionieren, dass immer ein bisschen Pflaumenmus im Mund landet.

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Comments: 2
  • #1

    Diana (Sunday, 11 December 2016 13:21)

    Liebe Isabelle, das ist ja eine Superanleitung, da kann sich manches Kochbuch dahinter verstecken. Die Übertreibung als Torte, für unsere Gewohnheiten ist das veerständlich. Ich erlebe es ja hier im Norden, wie ungewöhnlich die süddeutschen Rezepte für die "Schwäbischen Brödle " sind. Hier gibt es in der Hauptsache Lebkuchen und Printen aus den Läden.Dir weiterhin viel Spass am Erkunden.
    Liebe Grüße, sendet Oma.

  • #2

    Bella (Sunday, 11 December 2016 19:40)

    Liebste Oma, es ist sehr spannend wie unterschiedlich die Gepflogenheiten sind. In den nächsten zwei Wochen werde ich meinen Finnen Vanillekipferl zeigen. Dein Rezept. ;-) Ich bin gespannt wie es gegen die hier verbreiteten "piparkakku" ankommt (nicht identisch mit unseren Pfefferkuchen, aber ähnlich.). Beste Grüße nach Hamburg! (Ich habe gehört du bist über Weihnachten bei uns! Das wird eine Gaudi, da bin ich sicher!) Bella