OHNE INTERNET

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Bin im Kloster und lerne etwas über Buddhismus. Radio silence für 10 Tage. Bald gehts weiter mit meinen Erlebnissen in Indien. When in Rome! Namasté.

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PAUSE

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Blick vom Persischen Golf,  Vereinigte Arabische Emirate

Das volle Ausmaß meiner zwei Monate im Iran wird mir erst in Dubai bewusst. Zunächst verbringe ich fünf Tage in einem Hotel, in einem kleinen Apartment. Ich ernähre mich von Chips, Cola und drittklassigem Brioche. Alles, nur um nicht auf die Straße zu müssen. Ich schlafe und schaue Netflix. Ich bin überfremdet und muss meine Verteidigungsmauern ganz neu aufbauen. So ganz kann ich mir das alles nicht erklären, bis mir die Tennistrainingskanone in den Sinn kommt. Reisen ist im besten Fall eine gelungene Tennisstunde. Ich reagiere schnell und spontan auf die auf mich zukommenden Bälle. Im besten Fall treffe ich sie und schmettere sie zurück auf die andere Seite des Netzes. Ab und an lasse ich einen ins eigene Netz prallen, jedoch nur selten trifft mich der Tennisball am eigenen Körper. In Iran haben mich zu viele Tennisbälle getroffen. Am Ende stehe ich zu häufig mit über dem Kopf verschränkten Armen da. Eine Abwehrposition, die gegen die auf mich zu sausenden Bälle nichts ausrichten kann. Ich bin hilflos. Ein verdammt unangenehmes Gefühl.

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QESHM UND WÜSTENBRUNNEN

Deutsche Flagge
Die Frauen auf der Insel sind bunt gekleidet, Qeshm, Iran

Qeshm ist nicht so wie Hormuz. Es ist viel größer und man kann es fast industriell nennen. Aber nur fast. Auch hier laufen die Frauen mit den traditionellen Masken als Teil ihres Hijabs herum und sind so bunt gekleidet wie in Indien. Es sind die Unterschiede die es mir möglich machen, das Festland zu vergessen.

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INSEL HORMUZ

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Der Blick, Hormuz, Iran

Der Wind weht um unsere Nase und die Menschen tummeln sich am Hafen. Wieder einmal hat J. Freundschaft geschlossen mit einem jungen Iraner, der so wenig Interesse an mir hat, dass ich mich dabei ertappe, ihn nach iranischen Maßstäben zu verurteilen. Über dreißig, nicht verheiratet, interessiert an dem hübschen, mittlerweile blonden J., der zu allem Überfluss auch noch einen Ohrring trägt. Für Iraner, der schlagende Beweis für seine sexuelle Orientierung. Ein Umstand, der mich zunächst Schmunzeln läßt, als er jedoch spontan entscheidet mit uns zu kommen, gerate ich ins Grübeln. Gemeinsam fahren wir in einer der umgebauten Vespas zur schönsten Ecke der Insel. Trotz all meiner Bedenken und Zweifel an J.s Art zu reisen, komme ich nicht umhin schätzen zu lernen wie schnell er uns dahin bringt, wo wir uns hin träumten. Natürlich ist alles unvorhersehbar, Glück und Zufall, jedoch gibt es einige Momente, bei denen ich mich vor Ungläubigkeit in den Arm zwicken muss.

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BANDA ABBAS UND DIE ANDEREN

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Die ersten Palmen, Willkommen im Süden, Banda Abbas, Iran

Das Trampen ist ein leichtes und abenteuerliches Unterfangen. Wir machen weiter mit den in Alamut bereits angetesteten Geschichten, jedoch kann ich das Gefühl andere Menschen auszunutzen nicht ganz vermeiden. Dabei geht es nicht um finanzielles Ausnutzen, sondern darum, dass man Menschen hier, damit sie einem helfen, bestimmte Narrative geben muss. Zunächst weiß man im Iran nicht was Trampen ist, noch kennt man irgendjemanden, der um die Welt reist. Reisen ist immer gleich Ferien und Tourismus. In ihren Köpfen müssen wir unendlich reich sein, damit wir uns das leisten können. Als Pärchen mag das alles noch gehen, aber alleine ist es unvorstellbar. Vor allem als Frau. Für Männer ist es jedoch ebenfalls gegen die Natur. Müssen sie nicht endlich mal ans heiraten denken? Denn nur wer heiratet darf sexuell aktiv sein, ein Dilemma, das die Jungen in die Ehe treibt. Die Wahrheit ist demnach keine Option.

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