CHINESISCHER TEE

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Grübeln über Ozeane, Jinghong, China

Eines der größten Geschenke, die mir C. und D. machen, ist die Einführung in den chinesischen Tee. Ich verbringe einige Zeit damit, die Weltkarte im Gemeinschaftsraum zu betrachten, während C. den Tee zubereitet. Ich kratze nur an der Oberfläche, natürlich.

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ZU BESUCH IM ZERO FACTORY HOSTEL

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Beim verlassen des Hostels, Jinghong, China

Lächelnd folge ich C. durch die heißen Straßen von Jinghong. Wir haben uns frühzeitig aus dem Bett gequält, um den Markt in voller Blüte zu erleben. Obwohl es gerade 7 Uhr ist perlt uns der Schweiß von Stirn und Wirbelsäule. Meine Baumwollklamotten sind zu schwer und zu dick. Eine Jeans zu tragen, daran ist nicht zu denken. Die am Anfang meiner Reise eingepackten Seidenklamotten sind schon lange fadenscheinig geworden und letztendlich gerissen. Übrig bleiben nur ein Rock und ein gelb flatterndes Kleid. Optimal für einen Gammeltag, aber ein wenig auffällig bei einem Marktspaziergang bei dem es darum geht die „Locals“ in ihrem Element zu fotografieren. Eine Aufgabe die ich nur ungern übernehme, aber da ich die Bilder selber nicht verwerten werde, willige ich ein. Ich habe noch nicht vollständig verstanden, was meine Gastgeber sich von meiner Arbeit erhoffen, aber da sie es mir nicht erklären können, nehme ich an, sie wissen es selbst nicht. Also tue ich, was mir sinnvoll erscheint und hoffe, dass sie es verwerten können. Etwas anderes bleibt mir nicht übrig.

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GRÜBELEIEN

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Innenleben, Jinghong, China

Ich sitze im Dunkeln in einem der Schlafsäle meiner Gastgeber. Von der Straße höre ich die Karaoke Bar um die Ecke und den dezenten Lärm des Nachtmarktes vor der Tür. Für jeden Reisenden sind diese Geräusche Verlockungen. Für mich hat sich das gelegt. Ich bin schon seit Monaten nicht mehr auf der Suche nach Abenteuern. Ich bin nervös, obwohl es dazu keinen Grund gibt, außer dass das Internet zu langsam ist, um Filme zu gucken und meine Dropbox vom chinesischen Staat blockiert wird. Ich kann weder meine Fotos sichern, noch meine englischen Texte korrigieren. Es ist dieser ungesicherte Status, der mich nervös macht. Was, wenn ausgerechnet jetzt mein Rechner den Geist aufgibt? Dann sind die Bilder dahin. Einerseits will ich raus aus China, um endlich näher an Australien zu rücken, andererseits gefällt es mir hier ganz gut. Ich habe unendlich viel zu lernen und könnte mich ewig durch dieses faszinierende Land essen. Chinesisch werde ich allerdings nie lernen, was einen verlängerten Aufenthalt nutzlos erscheinen lässt.

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STEINWALD

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Steinwald bei Kunming, China

Der Steinwald reißt ein großes Loch in mein Budget. Ich habe ihn ziemlich sofort als „Schade, aber habe ich wohl verpasst“ verbucht. Aber durch N. wird ein Ausflug aus der Stadt dann doch möglich. Es ist einer der Ausflüge, die ich bitter bereue. Ich habe mich frühzeitig meinem Bauchgefühl folgend gegen Touristentouren entschieden und wurde später dann doch von den wunderschönen Fotos überzeugt. China ist eine Hochburg des kontrollierten Tourismus. Alles ist organisiert, überall muss man irgendwelche ungewünschten Gebühren zahlen, das Ticket an Orten kaufen, die Kilometer entfernt sind und am Ende bekommt man ein Disneylanderlebnis.

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KUNMING

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Das Zentrum der Stadt bei Nacht, Kunming, China

Kunming ist eine große Stadt. Nicht in den Augen der Chinesen, aber für mich schon. Dabei hat es nur 6,7 Millionen Einwohner. Das gibt es in China häufiger. Am Bahnhof steige ich zum ersten mal mit meinem gesamten Gepäck auf einen Skooter. In der Abenddämmerung gleite ich durch den Verkehr, nach hinten gelehnt, damit ich den Fahrer nicht berühren muss. Ich und mein Gepäck sind ziemlich schwer und somit schlagen wir bei jedem größeren Buckel auf die Stoßdämpfer. Es ist erfrischend, das Haar wehen zu lassen und die Nase in den Fahrtwind zu strecken. Mit einer Hand halte ich mich fest, mit der anderen werfe ich einen Blick auf die Karte. Ich bin an einen guten Fahrer gekommen. Er nimmt den direkten Weg, macht keine Umwege und redet nicht. Ganz nach meinem Geschmack.

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