PAI - DSCHUNGELTRÄUME

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Der Blick über Pai, Thailand

Pai gilt weithin als Hippie-Oase und Perle des Nordens Thailands. Es ist ein kleiner Ort, gelegen in einem weiten Tal, umgeben von grün bewucherten Bergen. Auch hier haben die Touristen das Leben fest in der Hand. Neben einem Buchladen, der ausschließlich englischsprachige Titel verkauft und zahllosen Skooter-Verleihern, Tour-Anbietern und Massageeinrichtungen kann man hier, verlässt man einmal die Hauptstraße einen Einblick bekommen in das lokale Leben. Außer den immer präsenten Tempeln gibt es hier auch eine Moschee, die mitten im Zentrum eine Zäsur des sonst so gewohnten buddhistischen Lebens bildet. Hier tragen die Männer Takke und die Frauen Kopftuch, aber sonst scheint nicht vieles anders zu laufen als sonst.

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DER NORDEN (ODER CHIANG KHONG, CHIANG RAI & CHIANG MAI)

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Der lokale Bus, von Chiang Khong nach Chiang Rai, Thailand

Dies ist das erste Mal, dass ich in einem Text über drei Städte schreibe. Ich bin mir sicher, es gibt Menschen, die besondere Dinge in diesen Orten erlebt haben. Nur ich eben nicht. Ich fand sie furchtbar langweilig. Wie überall in Süd-Ostasien gibt es auch in jedem dieser Städte einen Nachtmarkt und ein paar Tempel. In Chiang Rai steht sogar der vielleicht schönste Tempel Thailands, und auch der konnte mich nicht aus meiner Lethargie katapultieren. Das schlimmste jedoch waren die weißen Touristen. Hier gibt es überall Achtzehnjährige die entweder Oberkörperfrei oder in Spagetti-Top und Minirock herumspringen, sowie weiße Männer jenseits der Midlifecrisis die nach jungen asiatischen Ärschen greifen. Sie ziehen Masseusen in ihren Schoß, die dann entrüstet und schreiend aufspringen, um dann einen ordentlichen Klaps auf den Po zu fangen. Als hätten sie noch nicht deutlich genug gemacht, dass sie sich dass verbitten. Meistens verschwinden dann die jugendlichen Kolleginnen in den Hinterraum und ein älteres Modell übernimmt. Solche Beobachtungen erinnern mich an meine bitteren Erfahrungen im Iran und übel wird mir bei den Diskussionen, die ich geführt habe mit Männern, die meinten so etwas gäbe es „bei uns“ nicht. Ich schäme mich in Grund und Boden für meine Landsleute. Sie zeigen hier ihr furchtbarstes Gesicht, weil die Gesetze so offensichtlich nicht für sie gelten. Weil sie glauben, wenn es nicht verboten ist, dann ist es erlaubt. Weil sie mit Scheuklappen herumrennen und ihr Bier trinken, ohne zu registrieren wie die Einheimischen leben.

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WENN TRÄUME VON REALITÄTEN EINGEHOLT WERDEN

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Flugzeug über den Spitzen des Himalayas, Nepal

Ich habe nur eine Regel und die lautet, ohne Flugzeug um die Welt zu reisen. Ich möchte spüren wie Kulturen ineinander greifen. Ich will sehen wie christliche Kulturkreise zu orthodoxen, muslimischen, hinduistischen, buddhistischen und dann wieder zu muslimischen oder christlichen werden. Ich will verstehen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“. So habe ich das ganz am Anfang formuliert. Das war vor zwei Jahren. Einmal bin ich bereits in ein Flugzeug gestiegen, um nach vorne zu kommen. Damals bin ich an meine Grenzen gekommen. Für mich galt es zu entscheiden, nach vorne oder zurück. Andere Menschen, die so reisen wie ich (ohne Flugzeug), die genau am selben Punkt zu scheitern drohen (bei der Überquerung Pakistans), reisen über Turkmenistan weiter. An dieser Stelle wäre es möglich gewesen ohne Flugzeug weiter zu machen. Prinzipiell möglich heißt in diesem Fall, dass es für mich eben nicht möglich war. Ich habe diesen Flug am Anfang bitterlich bereut. Heute bin ich froh, dass ich nicht durch Pakistan gereist bin. Nicht weil es mir unmöglich ist oder weil ich Angst habe, sondern weil ich gelernt habe, dass es klüger ist, einige muslimische Länder in Begleitung eines Mannes zu besuchen. Eines Tages werde ich wohl auch dieses Land mit viel Zeit erkunden.

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TUCKER TUCKER

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Die goldene Sonne nach dem Sturm, auf dem Mekong, Laos

Nach zehn Tagen in der Perle Südostasiens, geht es endlich weiter. Dieses mal mit dem Slowboat zur thailändischen Grenze. Ich habe mich kurzfristig dagegen entschieden Laos weiter zu entdecken. Der Norden ist grün und wunderschön. Jedoch habe ich Dschungel bereits in Nepal (dreieinhalb Monate), Südchina und jetzt auch Laos gesehen. Ich bin nicht interessiert. Also geht es weiter.

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NORMALITÄT

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Im Textilmuseum von Luang Prabang, Laos

Nach knapp 21 Monaten des Reisens hat sie sich eingestellt: die Normalität. Nachdem ich durch jede Menge schwieriges Terrain gereist bin, empfinde ich Südostasien als langweilig. Egal wo ich hinreise, mit Leichtigkeit schaffe ich es, meine Grundbedürfnisse zu stillen und Tempel und Paläste sind immer wie oder ein bisschen anders als. In letzter Zeit habe ich gegrübelt, woran das liegen mag. Bin ich verwöhnt? Oder ist Südostasien einfach nicht so spektakulär?

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